E.T. Bracket Racing ist die beliebteste Art des Drag Racings

In dieser Form von Drag Racing, fahren zwei Fahrzeuge mit unterschiedlichem Leistungspotenzial gegeneinander aber auf einer möglichst fairen Basis. Der Gedanke hinter den Regeln des Bracket Racings soll die kontinuierliche Leistung eines Fahrers und sein Fahrzeug auszeichnen und nicht nur die pure Geschwindigkeit. Mit diesen Vorraussetzungen soll der Sieg an den Fahrer gehen, der in der Lage ist seine gefahrene Zeit präzise vorherzusagen, egal ob diese schnell oder langsam ist. Damit ist ein Sieg weniger von großen Geldausgaben abhängig sondern eher vom Fachkönnen und Geschick.

In den beiden am weitest verbreiteten Klassen ProET und Super ProET sind umfangreiche Modifikationen erlaubt. In der Klasse Pro ET starten Fahrzeuge, welche die Viertelmeile zwischen 9,00 und 11,99 s fahren. Die Klasse Super Pro ET ist für schnellere Fahrzeuge vorgesehen, die von 6,00 bis 8,99 s für die Viertelmeile benötigen. Im Unterschied zu den Klassen Super Gas und Super Comp, bestimmt hier jeder Teilnehmer seinen eigenen persönlichen Index selbst, der jeweils vor den Renndurchläufen an die Zeitnehmung weitergegeben werden muss. Außerdem wird bei den Ausscheidungsläufen (Elimination) zeitversetzt gestartet. Das heißt, dass der langsamere Gegner an der Startampel die Zeitdifferenz zwischen den beiden Indizes als Vorsprung bekommt. Wenn beide Gegner mit genau ihrer Indexzeit die Viertelmeile fahren, müssten sie gleichzeitig durch das Ziel fahren, jedoch entscheidet über den Sieg oft auch die Reaktionszeit. Ein unterbieten des eigenen Index (break-out) führt im Eliminationslauf zur Disqualifizierung.

Ein Beispiel vom ET Bracket Racing: Fahrzeug X ist auf der Viertelmeile folgende Zeiten gefahren: 11.68, 11.64 und 11.66 Sek. und der Fahrer schätzt, dass ein "Dial-in" (veranschlagte Zeit) von 11.65 Sek. angemessen ist. Fahrzeug Y ist auf der Viertelmeile folgende Zeiten gefahren: 10.17, 10.12 und 10.16 Sek. und der Fahrer entscheidet sich für ein "Dial-in" von 10.15 Sek. Folglich wird Fahrzeug X einen Vorsprung von 1.5 Sekunden erhalten gegenüber Fahrzeug Y. Wenn beide Fahrzeuge die Viertelmeile in genau der von ihnen veranschlagten Zeit durchfahren, wird der Sieg an den Fahrer gehen der an der Startampel am schnellsten reagiert hat (R.T. = Reaktionszeit) d.H. auch als erster durchs Ziel fährt. Beide Fahrbahnen werden unabhängig voneinander gemessen und die Zeitmessuhr fängt erst an zu zählen wenn sich ein Fahrzeug in Bewegung setzt. Hierdurch erscheint es einem manchmal so, dass ein Fahrzeug einen mathematischen Vorteil im Vergleich zur gemessenen Zeit hat, aber das Rennen dann tatsächlich verliert. Diese Tatsache macht die R.T. an der Startlinie äußerst wichtig im Drag Racing!

Dial-In Index
Ein „Dial-In Index“ ist die vom Fahrer geschätzte Zeit, die er mit seinem Fahrzeug braucht um von der Startlinie bis zur Ziellinie zu gelangen. Die vom Fahrer geschätzte Zeit, wird am Fenster seines Fahrzeugs gut lesbar angebracht oder wir notieren vorher die Zeit und geben sie der Zeitcrew rechtzeitig weiter, damit die Personen die das Zeitnahme System bedienen, die korrekte Startsequenz an der Startampel (Tree) einstellen.

Das langsamere Fahrzeug erhält dadurch einen Vorsprung, der gleichzeitig die Differenz der Dial-in's der beiden Fahrzeuge ist (wie oben bei Bracket Racing beschrieben). Wenn eines der Fahrzeuge schneller fährt als sein Dial-in, nennt man dies "break-out" und wird disqualifiziert. Wenn aber beide Fahrzeuge schneller als Ihr Dial-in fahren und beide einen break-out fahren, wird derjenige der am wenigsten unter seinem Dial-in gefahren ist Sieger. Dieses Verfahren gleicht jenen Vorteil aus, der entsteht wenn jemand einen langsameren Dial-in angibt, um damit einen Vorsprung zu erhalten. Man kann während einem Rennen die Dial-in Zeit so oft ändern wie man möchte, sofern es der Veranstalter und die Organisatoren zulassen.

Disqualifizierung

Ein Fahrer kann aus einer der folgenden Gründe disqualifiziert werden:

  1. Wenn er zu früh von der Startlinie losfährt (Rot-Licht).
  2. Wenn er die Fahrbahnmarkierung verlässt. Entweder durch das überqueren der Mittellinie, berühren der Leitplanke oder durch das anfahren einer Streckenvorrichtung wie Lichtschranken o.ä.
  3. Wenn er nicht staged
  4. Indem man eine angeordneten Inspektion verpasst oder nicht besteht (in NHRA Klassenrennen, werden Fahrzeuge gewogen, der Kraftstoff nach jedem Lauf untersucht und bei einem Veranstaltungssieger kann sogar eine komplette Motorzerlegung vorgenommen werden).
  5. Im Falle einer doppelten Disqualifikation - d.h. wenn z.B. ein Fahrer einen Frühstart hinlegt aber der andere Fahrer die Fahrbahnmarkierung überquert und dabei die Fahrbahn des anderen Fahrers befährt, gewinnt der Fahrer mit dem kleineren vergehen also der den Frühstart hinlegte.

 

Weitere wichtige Hinweise zum Ablauf und zu den techn. Bestimmungen von Fahrzeug und Fahrer bekommt Ihr hier vom DMSB:

Teil 1 Veranstaltung Dragster 2016
Teil 2 Durchführung Dragster 2016
Teil 3 Technische Bestimmungen Drag Racing Automobil 2016
Teil 4 Generelle Bestimmungen Dragster 2016
Änderungen für 2016

Hier die offiziellen Startnummern von d-r-o.de:

Startnummern PET 2017

Letzte Saison ist immer wieder diskutiert worden, ob wir Teilnehmer zu ProET zulassen dürfen, die langsamer als 11,99 sek fahren.
Einige Teilnehmer haben in ihrem Fahrzeug z.B. keinen Überrollbügel und dürfen deshalb nur maximal 12,00 fahren.

Tatsächlich ist es so, wenn ein Fahrer den Index 11.99 angibt auch das Fahrzeug die Sicherheitsklasse für 11.99 erfüllen muss!
Egal welche Zeit er tatsächlich fährt.
Ob ProET bei einem Rennen bis 11.99 oder bis z.B. 12.00 ausgefahren wird, ist individuell dem Veranstalter überlassen.

Hier das Statement unseres Fachreferenten Manfred Kometz zu diesem Thema:

Jeder Veranstalter kann die Klassenbezeichnungen und die dazugehörigen Zeiten individuell festlegen.
Im Reglement sind nur die Sicherheitsklassen festgeschrieben.
Bei ProET (9.00 - 11,99 Sek) bedeutet das, dass alle Fahrzeuge den Sicherheitsklassen ET II und ET III entsprechen müssen.
Wenn ein Teilnehmer den Index 11.99 angibt, dann will er diese Zeit ja auch erreichen, um z.B. Top-Qualifier zu werden bzw. den Lauf zu gewinnen.
Damit fällt er automatisch in die Sicherheitsklasse ET III.

Hier die relevanten Passagen aus dem Reglement:
Teil 3 Sektion 2 E.T. Bracket
Jeder Veranstalter ist berechtigt, eine eigene Klassenbezeichnung festzulegen.

Die üblichen Klasseneinteilungen bzw. -bezeichnungen sind:

Super Pro ET 6.00 - 8.99 Sek.
Pro ET 9.00 - 11.99 Sek.
Sportsman ET 12.00 - 13.99 Sek.
Street ET 14.00 und langsamer

Diese Bezeichnungen werden auch in div. Meisterschaften verwendet.

Fünf Sicherheitsklassen:

ET I: 6.00 bis 7.49 (*3.50 - 4.49)
ET II: 7.50 bis 9.99 (*4.50 - 6.39)
ET III: 10.00 bis 11.99 (*6.40 - 7.49)
ET IV: 12.00 bis 13.99 (*7.50 - 8.59)
ET V: 14.00 oder langsamer (8.60 oder langsamer)

Dazu aus dem Reglement Teil 2
4. Durchführungsregeln Rennen
4.1 Qualifikation E.T.- Bracket
Qualifikationszeit ist die geringste Differenz zum selbst gewählten Index („dial in“).
Bei gleicher Differenz ist die höhere Geschwindigkeit im Ziel maßgebend für den Qualifikationsplatz.
Unterbietet ein Teilnehmer seinen „dial in“ in allen Qualifikationsläufen, so wird er als Qualifikationsletzter eingestuft.
Unterbieten mehrere Teilnehmer den selbst gewählten Index, so werden sie nach der Differenz zum Index vom letzten zum ersten Qualifikationsplatz hin eingestuft.
Jeder Teilnehmer muss mindestens einen (1) Qualifikationslauf absolviert haben.

Somit sollten alle Klarheiten beseitigt sein.
CU
Jonny